Osteopathie

Bei dieser Therapieform geht es um die Korrektur von Gelenken unter Berücksichtigung der Statik des Betroffenen. Das können die Folgen von Sportverletzungen sein, wie auch die Entlastung von Bandscheiben oder Fehlstellungen des Beckens und anderer Gelenke. Immer ist zu beachten, wo die Ursache liegt. Bei Kniegelenksbeschwerden müssen z.B. häufig die Lendenwirbelsäule, das Becken und die Füße mit beachtet werden. Auch Schwindel oder Ohrgeräusche können nach unseren Beobachtungen auf einer Gelenkfehlstellung der Halswirbelsäule oder z.B. des Kiefergelenkes beruhen. Die Anwendung dieser Methode ist recht schonend und der Patient braucht keine Angst vor einem "Ruck und Knack" einer Gelenkmanipulation zu haben. Begründer der Osteopathie, die ähnlichen Prinzipien wie die Chiropraktik folgt, war der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828 - 1917). Er maß dem Skelett und vor allem der Wirbelsäule entscheidende Bedeutung für die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit bei. Eine beschädigte oder verlagerte Wirbelsäule führt zur Reizung von Nerven, deren Auswirkungen auch in anderen Regionen des Körpers, z.B. inneren Organen, auftreten können. 1872 gab er seiner Lehre den etwas sinnentstellenden Namen Osteopathie (Knochenerkrankung).
Eine ganz spezifische Behandlungsmethode der Osteopathie ist die Osteopathie nach Dr. Jones. Vom Lehrinstitut für Physioenergetik  AORT, bzw. Autonome Osteopathische Repositions Technik, genannt.

Dr. Lawrence H. Jones hatte schon über einen längeren Zeitraum einen Patienten mit einer Fehlstellung des 2. Lendenwirbelkörpers und einer Reizung des Psoasmuskels erfolglos behandelt. Um die besonders nächtlichen Schmerzattacken zu lindern, beabsichtigte Dr. Jones eine ganze Behandlungsserie anzusetzen, um herauszufinden, in welcher Lage der Patient nachts eine Position einnehmen könne, um einigermaßen beschwerdefrei zu liegen. Eines Tages entdeckte er eine Lage für den Patienten, die diesem recht bequem war. Sie war jedoch so extrem, dass es fast unmöglich schien, dass ein Mensch mit einem solchen Leiden überhaupt diese Position ertragen könne.

Der Patient fühlte sich jedoch erleichtert und so widmete sich Dr. Jones zwischenzeitlich einem anderen Patienten. Als er nach einer Weile zurückkehrte, und seinen Patienten in eine normale Lage brachte, blieb dieser weiterhin entspannt, die Fehlstellung hatte sich "wie von selbst" korrigiert, die Beweglichkeit deutlich verbessert und die Schmerzhaftigkeit war signifikant verringert.

Auf der Basis dieser Erfahrung untersuchte und behandelte Dr. Jones zunächst Patienten mit Fehlstellungen des 2. Lendenwirbelkörpers weiterhin erfolgreich und dehnte diese Methode letztlich auf den gesamten Bewegungsapparat aus. Dabei fand er heraus, dass es für jedes Gelenk einen oder mehrere Trigger Points (Reflex- oder Auslösungspunkte) gibt. Diese druckschmerzhaften Punkte sind diagnostisch und therapeutisch einzusetzen. Seine Erkenntnisse sind aber von der Schulmedizin, zumal in Deutschland, bisher nicht übernommen worden.
Nach welchem Prinzip wird nun die Fehlstellung eines Gelenkes korrigiert? Der Therapeut sucht am betroffenen Gelenk den entsprechenden schmerzhaften Trigger- Punkt und bewegt das Gelenk meist in die Richtung der Fehlstellung, das heißt, er übertreibt sogar die Fehlstellung. Dabei verschwindet der Schmerz am Trigger-Punkt und nach mindestens 90-sekündigem Halten bringt der Therapeut das Gelenk des Patienten in die Ausgangsstellung zurück. Hat es sich dabei "nur" um eine muskuläre Verspannung gehandelt, genügen meist wenige Behandlungen. Haben sich durch eine schon lange bestehende Fehlstellung andere strukturelle Veränderungen am Gelenk eingestellt, müssen nach unseren Erfahrungen sicher mehrere erfolgen, um zumindest die Schmerzen zu lindern.

Im ersten Moment klingt es wahrscheinlich etwas unverständlich, dass die Fehlstellung eines Gelenkes sogar noch übertrieben wird. Mit einem Beispiel versuche ich dieses Prinzip etwas zu verdeutlichen.


Angenommen, ein Patient leidet akut unter einem "steifen Nacken", z. B. durch Zugluft ausgelöst. Er kann den Kopf gut nach rechts drehen, jedoch schlecht nach links, wo es auch deutlich schmerzt. Entscheidend ist jetzt, dass die verspannte, also auch verkürzte Muskulatur auf der relativ beschwerdefreien rechten Seite liegt, denn sie verhindert, dass der Patient den Kopf gut nach links drehen kann. Indem der Therapeut nun unter Halten des Trigger-Punktes die Fehlstellung nach rechts übertreibt, gibt er dem verspannten Muskel die Möglichkeit, sich zu entspannen.

 

Grundsätzlich sei noch angemerkt, dass die Osteopathie in Deutschland weder von der Schulmedizin anerkannt, noch, nach Meinung der Schulmedizin in Bezug auf Wirkung und Wirksamkeit durch valide wissenschaftliche Studien bewiesen ist. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Osteopathie in Deutschland mittlerweile in anerkannten Studiengängen mit Bachelor oder Master Abschluss studiert werden kann. Alle „Anwendungsgebiete“ der Osteopathie sind demzufolge aus rechtlicher Sicht derzeit Beobachtungen einzelner Therapeuten ohne Anspruch auf wissenschaftliche Anerkennung. So sind alle Hinweise zu verstehen. Fragen Sie mich gerne zu diesem Thema.

 
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