In der alten Medizin stand der Aderlass unter den Heilmitteln als eines der wichtigsten und wirksamsten obenan. Aus Büchern kann man leider nur wenig über ihn erfahren, dass hängt damit zusammen, dass er sich keinen festen Regeln fügt. Seine Anwendungsgebiete lernt man erst durch reiche Erfahrung in der Praxis kennen. Die wenigen die ihn heute noch anwenden, führen ihn meist nur an der Armvene aus. In Zeiten wo man den Körper mehr von seiner Dynamik her betrachtete, als von seinem anatomischen Aufbau, waren vielerlei Stellen bekannt, wo man das überschüssige Blut „ablassen“ konnte. Der Aderlass ist weit öfter möglich und indiziert als man denkt.

Aschner sagte: Es ist seltsam, dass der einfache Aderlass gerade dort hilft, wo man heute schwere und schwerste Arzneimittel einsetzen zu müssen glaubt.

In meiner Praxis wird der Aderlass bei nachfolgend aufgeführten Erkrankungen zur unterstützenden oder alleinigen Therapie eingesetzt: Schwindel (Hypertonie), Schlafstörungen, Ohrensausen, Asthma, Belastungen und Entzündungen innerer Organe, bedingt bei Hämorrhoiden und Varizen, ein weiteres Gebiet für den Aderlass ist die Behandlung von chronischen und akuten Erkrankungen des rheumatischen Formen-Kreises, bei Hautkrankheiten und in dem großen Bereich des Klimakteriums.

Der Aderlass ist der Schulmedizin durchaus bekannt, dort aber weitgehend in Vergessenheit geraten. Größere wissenschaftliche Studien zu diesem traditionellen Heilverfahren sind unbekannt, sicherlich fehlt auch das wissenschaftliche Interesse daran.

 
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